PARK(ing) Day 2018

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Greenpeace Karlsruhe hat sich am Freitag, 21. September, am internationalen Parking Day beteiligt. Die Aktivisten machten es sich mit Stühlen, Tischen und Pflanzen auf einer Parkfläche in der nördlichen Karlstraße zwischen Akademie- und Stephanienstraße gemütlich. Passanten konnten sich in dem Frischluftwohnzimmer informieren und ein Banner bemalen. Trotz Regen blieben viele Menschen stehen, um das Parking-Day-Logo auf dem Transparent zu verschönern. Die Umweltschützer wollten mit der Aktion auf den Flächenverbrauch in der Stadt durch ruhenden Verkehr aufmerksam machen und Ideen bieten, wie diese Flächen besser genutzt werden könnten.

Der Parking Day ist eine gemeinsame Aktion vom VCD Kreisverband, ADFC, autofrei leben!, BUZO, COLA TAXI OKAY, Anstoß e.V., Greenpeace Karlsruhe, verschiedenen Gastronomen und der Stadt Karlsruhe. Weltweit gestalteten Bürger an diesem Tag Parkräume um. „In vielen Stadtteilen haben parkende Autos mehr Platz als spielende Kinder“, sagt Berthold Purzer von Greenpeace Karlsruhe. „Moderne Städte müssen die Bedürfnisse ihrer Bewohner decken, nicht die ihrer Pkw. Das wird nur mit weniger Autos und einem umweltfreundlicheren Verkehr mit guten Radwegen und einem attraktiven ÖPNV gelingen.“

Öffentlicher Raum ist begrenzt

Die Einwohnerzahl vieler deutscher Städte wächst. Entsprechend steigt auch die Konkurrenz um den begrenzten öffentlichen Raum. Autoverkehr ist, was Gesundheitsfolgen und Flächenverbrauch angeht, die rücksichtsloseste Form der Mobilität. Durchschnittlich 23 Stunden am Tag steht ein Pkw und besetzt wertvollen öffentlichen oder privaten Raum. Ein Auto braucht dabei etwa fünf mal zwei Meter Fläche. Alle 46 Millionen Autos in Deutschland besetzen demnach eine Standfläche von 460 Quadratkilometern – deutlich mehr als das Stadtgebiet Kölns. Laut der vom Umweltbundesamt in Auftrag gegebenen Studie zum Umweltbewusstsein der Deutschen sind 91 Prozent der Befragten der Ansicht, dass weniger Autos in Städten die Lebensqualität verbessern.

Verkehrswende für mehr Lebensqualität in Städten

In einem im vergangenen Jahr veröffentlichten Mobilitätsszenario zeigt Greenpeace, dass eine Verkehrswende, die den Radverkehr und den öffentlichen Nahverkehr konsequent ausbaut, die Anzahl der Privatautos schon bis zum Jahr 2035 im Vergleich zu 2015 halbieren kann. Weil die Zahl der verbleibenden Pkw kleiner ist und sie statt mit Verbrennungsmotoren mit Erneuerbaren Energien betrieben werden, verbessert sich die Luftqualität und es gibt mehr Fläche für das öffentliche Leben.

Weiterführende Links

Studie "Verkehrswende für Deutschland - Der Weg zu einer CO2-freien Mobilität"

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