PARK(ing) Day 2017

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Für eine gerechtere Verteilung des städtischen Raums und eine Verkehrswende demonstrierten heute an drei Karlsruher Standorten Mitglieder der Umweltverbände ADFC, autofrei leben!, BUZO, Greenpeace und VCD. Auf Parkplätzen in der Lammstraße zwischen dem Naturkundemuseum und dem ECE-Center konnten Passanten in einer Mitmachaktion zusammen mit Greenpeace-Aktivisten ein Banner malen. Angelehnt an das Logo des PARK(ing) Days ist aus einem auf dem Kopf stehenden Auto eine grüne Pflanzenwelt gewachsen. Ein Aufenthaltsbereich mit Sitzgelegenheiten und Tischen lud zum Informieren, Lesen und Spielen ein. Der PARK(ing) Day findet weltweit jedes Jahr am dritten Freitag im September statt und soll aufzeigen, wie viel wertvolle Fläche für das Parken von Autos verloren geht. "In vielen Stadtteilen haben parkende Autos mehr Platz als spielende Kinder", sagt Manuel Buth von Greenpeace Karlsruhe. "Moderne Städte müssen die Bedürfnisse ihrer Bewohner decken, nicht die ihrer Autos. Das wird nur mit weniger Autos und einem umweltfreundlicheren Verkehr mit guten Radwegen und einem attraktiven ÖPNV gelingen."

Die Einwohnerzahl vieler deutscher Städte wächst. Entsprechend steigt auch die Konkurrenz um den begrenzten öffentlichen Raum. Autoverkehr ist, was Gesundheitsfolgen und Flächenverbrauch angeht, die rücksichtsloseste Form der Mobilität. Durchschnittlich 23 Stunden am Tag steht ein Pkw und besetzt wertvollen öffentlichen oder privaten Raum. Ein Auto braucht dabei etwa fünf mal zwei Meter an Fläche. Alle 46 Millionen Autos in Deutschland besetzen demnach eine Standfläche von 460 Quadratkilometer - deutlich mehr als das Stadtgebiet Kölns. Laut der vom Umweltbundesamt in Auftrag gegebenen Studie zum Umweltbewusstsein der Deutschen sind 91 Prozent der Befragten der Ansicht, dass weniger Autos in Städten die Lebensqualität verbessern.

Verkehrswende für mehr Lebensqualität in Städten

In einem kürzlich veröffentlichten Mobilitätsszenario zeigt Greenpeace, dass eine Verkehrswende die den Radverkehr und den öffentlichem Nahverkehr konsequent ausbaut, die Anzahl der Privatautos schon bis zum Jahr 2035 im Vergleich zu 2015 halbierten kann. Weil die verbleibenden Pkw kleiner sind und statt mit Verbrennungsmotoren mit Erneuerbaren Energien betrieben werden, verbessert sich die Luftqualität und es gibt mehr Fläche für das öffentliche Leben.

In fortschrittlichen Städten wie etwa Kopenhagen spielt das eigene Auto eine immer kleinere Rolle, während mehr Radverkehr, Car-Sharing und öffentlicher Verkehr die negativen Folgen privater Diesel- oder Benzin-Pkw vermeiden. Länder wie Frankreich, Norwegen oder China planen den Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor. "Die Bundesregierung muss endlich in die Gänge kommen beim Umstieg auf umwelt- und lebensfreundlichere Verkehrsformen", so Manuel Buth.

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