Karlsruhe plastiktütenfrei

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"Karlsruhe plastiktütenfrei" ist gleichermaßen Name und Ziel des Projektes, das Greenpeace derzeit in der Fächerstadt durchführt. Dazu haben die Aktivisten bisher insgesamt 74 Läden besucht und mit der jeweiligen Geschäftsleitung gesprochen, ob ein Verzicht auf Plastiktüten für sie infrage komme. 36 davon, also nahezu die Hälfte, ist schon plastiktütenfrei oder bereit, sich an dem Projekt zu beteiligen.

Warum sind Plastiktüten ein Problem?

Jährlich gehen deutschlandweit etwa sechs Milliarden Plastiktüten über die Ladentheken. Dazu kommen die meist kostenlosen dünnwandigen Einwegplastikbeutel, etwa für Obst und Gemüse. Diese Tüten tragen zum Problem Plastikmüll bei, das weltweit riesige Ausmaße angenommen hat und auch den Lebensraum Meer zerstört. Bis zu 13 Millionen Tonnen Kunststoff gelangen jährlich von Land aus in die Ozeane. Schätzungen zufolge haben sich dort bereits etwa 150 Millionen Tonnen angesammelt. Dieser Plastikmüll kann für  Meerestiere tödlich sein. Sie strangulieren sich daran oder verwechseln Plastik mit Nahrung. Weil sie den Kunststoff nicht verdauen können, verhungern die Tiere im schlimmsten Fall mit vollem Magen.

Problematik ist bekannt

Darum hat Greenpeace Karlsruhe dieses Projekt ins Leben gerufen. Das Prinzip ist einfach: Wer keine Plastiktüten an seine Kunden vergibt, erhält ein "Plastiktütenfrei"-Siegel und kann es beispielsweise im Schaufenster anbringen. Die Reaktionen der Ladenbesitzer auf die Anfragen von Greenpeace ist überwiegend positiv. Die Plastikproblematik sei ihnen bekannt und vielerorts sei ein deutlicher Rückgang an Plastiktüten zu verzeichnen. Das rühre daher, dass viele Kunden immer öfter die eigene Tasche mitbringen oder Alternativen zur Plastiktüte wünschten, außerdem habe die Einführung einer Gebühr von knapp 10 Cent eine große Auswirkung auf das Verhalten der Kunden.

Trotz des Wissens über die Problematik sehen es jedoch viele Ladenbesitzer als unrealistisch an, auf Plastik zu verzichten. Bei einer Umstellung würde man Kunden verlieren. Außerdem würde die Ware ohne Plastik nass und das Material sei günstiger als Papier oder Stoff. Auch kleine Gemüseläden sind nicht leicht zu überzeugen, der Verzicht auf dünnwandige Plastiktüten scheint für einige Ladenbesitzer nicht vorstellbar, 

Der Kunde entscheidet mit

Doch es nicht nur die Geschäftsleitung, die im Kampf gegen die zunehmende Menge an verbrauchtem Plastikmüll die Fäden in der Hand hat. Der Kunde kann diese Entscheidung aktiv beeinflussen, zum Beispiel durch die Benutzung von mitgebrachten Stofftaschen. Eine Möglichkeit ist auch die "Lieblingsdasch", ein Service der Stadt Karlsruhe. In 26 verschiedenen Geschäften in Karlsruhe kann man gegen einen Pfand von 3 Euro eine Jutetasche ausleihen und diese nach Benutzung einfach wieder zurückbringen.

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