Infoaktion über Pestizideinsatz

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Zum Einsatz von Pestiziden in der Produktion von Obst und Gemüse informierten heute Greenpeace-Aktivisten Verbraucher vor der Aldi-Filiale in der Waldstraße, der Lidl-Filiale in der Rüppurrer Straße und dem REWE-City in der Georg-Friedrich-Straße. Der Protest ist Teil eines Aktionstages in 38 deutschen Städten, der sich an die Supermarktketten Aldi, Edeka, Lidl, Kaufhof, Real und Rewe richtet. "Pestizide schaden der Artenvielfalt" lautet die klare Botschaft der Protestplakate. Pestizidkanister mit Gefahrensymbolen weisen auf die von Spritzmitteln ausgehenden Gefahren für Tiere und Pflanzen hin.

81 Prozent der Verbraucher ist es wichtig, dass die Landwirte den Pestizideinsatz reduzieren. Das zeigt eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag von Greenpeace. "Der Handel trägt Verantwortung für die saubere Herstellung seiner Waren – nicht nur für die Qualität der Produkte im Supermarkt", sagt Julia Solar von Greenpeace Karlsruhe. "Die Unternehmen müssen mit ihren Produzenten dafür sorgen, dass weniger gefährliche Pestizide zum Einsatz kommen."

Forsa befragte im Oktober 2015 bundesweit 1001 Personen in einer Umfrage. 81 Prozent gaben an, dass es ihnen "wichtig" (25 %) oder sogar "sehr wichtig" (56 %) ist, dass weniger chemisch-synthetische Pestizide in der Landwirtschaft eingesetzt werden – auch wenn in den Äpfeln im Laden kaum noch Rückstände enthalten sind. 55 Prozent der Befragten befürworten die Einführung einer "Pestizidsteuer", also einer Pestizid-Abgabe für Landwirte und Pestizidindustrie. Diese könnte die vom Einsatz der Spritzmittel verursachten Kosten finanzieren, wie die Reinigung von Trinkwasser, zusätzliche Lebensmittelkontrollen oder auch die Förderung ökologischer Alternativen.

Äpfel nur gering belastet – Produktion mit immer mehr Agrargiften

Die Belastung von Äpfeln mit Pestiziden liegt in aller Regel unter gesetzlichen Grenzwerten. Aktuelle Greenpeace-Tests von in Deutschland angebauten und in großen Supermärkten gekauften Äpfeln ergaben: 88 Prozent der konventionellen Ware war mit Pestiziden belastet. Zwar lagen keine Werte über den Höchstmengen, doch 51 Prozent der konventionellen Äpfel enthielten Pestizidcocktails von zwei oder mehr Wirkstoffen. Die Wirkungen von solchen Gemischen sind weitgehend unbekannt. Alle getesteten Bio-Äpfel waren frei von Rückständen. "Damit ein Apfel schön aussieht, nimmt der Handel ein hohes Risiko in Kauf. Für ein makelloses Obst werden teils krebserregende Mittel wie Captan eingesetzt", so Solar. "Dieser Wahnsinn muss aufhören. Der Einzelhandel kann das ändern und klare Vorgaben für die Produktion machen."

Greenpeace-Tests von Wasser, Boden und Pflanzenmaterial in deutschen Apfelplantagen in der Anbausaison 2015 belegen den hohen Einsatz von Pestiziden. Blätter von Apfelbäumen waren mit bis zu 11 verschiedenen Pestiziden belastet. Zur Ernte hin reduzieren Landwirte den Einsatz, um die Grenzwerte in den Äpfeln einzuhalten. Viele Supermärkte machen den Produzenten Vorgaben zu Rückständen in Obst und Gemüse. Sie haben jedoch keine wirksamen Programme, um Pestizide im Anbau zu reduzieren.

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