Der erste Nationalpark in BW

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Heute wurde vom Landtag von Baden-Württemberg das Gesetz zur Einrichtung eines Nationalparks im Nordschwarzwald beschlossen. Mit großer Erleichterung reagierten die vor dem Landtagsgebäude versammelten Umweltverbände über das positive Abstimmungsergebnis. Mit einem großen Banner sagten sie den Abgeordneten Danke! im Namen der Natur und Menschen im Nordschwarzwald.

Nach fast zweieinhalb Jahren Planung, Bürgerbeteiligung, Gutachtenerstellung und zum Teil heftigen emotional geführten Debatten in und außerhalb der Nordschwarzwald Region wurde der von der grün-roten Landesregierung eingebrachte Gesetzesvorschlag nun mehrheitlich von der Baden-Württembergischen Volksvertretung angenommen.

Das Großschutzgebiet ist das erste seiner Art im Ländle und ist damit ein wichtiger Beitrag für die internationalen Verpflichtungen Deutschlands den auch Baden-Württemberg endlich einlöst, nachdem es in fast jedem anderen Bundesland bereits ein solches Schutzgebiet gibt.

„Wir freuen uns mit den Schwarzwäldern, die dieses Goldstück des Naturschutzes jetzt überreicht bekommen!“ sagt Tanja Pfeiffer von Greenpeace Stuttgart, Koordinatorin der Greenpeace Regionalkampagne Nationalpark Schwarzwald. Die ehrenamtlichen Baden-Württembergischen Greenpeace Gruppen hatten sich in einer eigens dafür ins Leben gerufenen Regionalen Kampagne seit über 2 Jahren für den Nationalpark stark gemacht.

„Nach jahrelanger mühevoller Arbeit für die Idee Nationalpark in Baden-Württemberg sind wir sehr erleichtert und froh, dass er jetzt endlich kommt. Jetzt können wir die Früchte unserer landesweiten Informationskampagne endlich ernten.“ sagt Ulrike Beck, Leiterin der Gruppe Tübingen. Roland Mutterer, Waldansprechpartner von Greenpeace Karlsruhe sagt dazu: „Nun muss das Konzept des Nationalpark Gesetzes aber auch mit sinnvollen Inhalten gefüllt werden, die dem Naturschutz gerecht werden“. Es sei letztendlich auch eine ethische Frage der Waldnatur im Ländle wenigstens 0,7% ihrer Fläche zurückzugeben, nachdem wir seit 200 Jahren über 99% für uns Menschen beansprucht haben.

„Dabei muss die Idee des „Natur Natur sein lassen“ unbedingt Vorrang vor wirtschaftlichen Interessen erhalten“, mahnt Luis Scheuermann, Nationalpark Beauftragter von Greenpeace Deutschland. Dabei sollte auch an eine zukünftige Gebietserweiterung um die einzigartigen Hochmoorflächen rund um den Kaltenbronn gedacht werden.

An die CDU-Fraktion gerichtet appelliert Greenpeace: der Nationalpark sollte von allen Parteien gemeinsam getragen werden, damit das Projekt des ersten Großschutzgebiets im Südwesten auf breiter Basis steht. Die CDU-Fraktion hat sich der Zustimmung zum rot-grünen Nationalpark Projekt im Landtag mehrheitlich verweigert mit dem Argument die Bevölkerung vor Ort sei dagegen. Mehrere Umfragen ergaben jedoch eine breite Zustimmung für das Schutzgebietsvorhaben, regional und landesweit.

Luis Scheuermann schätzt die Nationalparkidee auch als positiv für den Tourismus ein: „Der Nationalpark ist eine Einrichtung von dem alle Baden-Württemberger etwas haben. Im Nationalpark können Stadtbewohner der Hektik des Alltags entfliehen, Natur und Ruhe genießen und dort wieder neue Energie tanken. Das ist kein Luxus, sondern dient im dicht besiedelten Baden-Württemberg notwendigerweise dem weiteren wirtschaftlich erfolgreichen Vorankommen des Landes.“ Der Nationalpark wird somit auch ein Wirtschaftsmotor für die Region Nordschwarzwald sein.

Das Schutzgebiet soll ab dem 01.01.2014 eingerichtet werden und zunächst eine Größe von 10x10 km haben. Es umfasst die Waldgebiete zwischen Baiersbronn im Südosten und Seebach im Westen sowie Baden-Baden im Norden. Es soll zunächst ausschließlich auf Staatswaldflächen entstehen, mit Ausnahme eines ca. 420 ha großen Gebiets um die Badener Höhe, das die Gemeinden Bühl und Baden-Baden freiwillig an den Nationalpark abgetreten haben.

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